Der richtige Angebotspreis beim Immobilienverkauf

Viele Eigentümer gehen beim Immobilienverkauf davon aus, dass ein höher angesetzter Preis nur Vorteile bringt - schließlich kann dieser im Verkaufsprozess noch angepasst werden und es bleibt so ausreichend Spielraum für Preisverhandlungen. Doch genau hier lauert ein häufiger Irrtum.
Für die meisten Eigentümer stellt der Verkauf ihrer Immobilie eine große Herausforderung dar. Viele Fragen müssen geklärt und bedeutende Entscheidungen getroffen werden. So steht auch irgendwann unvermeidlich die Frage im Raum, zu welchem Preis das Haus oder die Wohnung angeboten werden soll. Keine einfache Entscheidung, schließlich haben viele Eigentümer klare Vorstellungen davon, wo ihre preisliche Schmerzgrenze liegt und die Sorge, dieser im Verkaufsprozess zu nahe zu kommen, ist groß.
Doch genau hierbei handelt es sich um eine viel unterschätzte Stolperfalle im Verkaufsprozess! Denn es zeigt sich, dass der Einstieg mit dem passenden Angebotspreis einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in der Immobilienvermarktung ist. Bereits kleine Abweichungen können die Vermarktungsdauer erheblich verlängern und den letztendlichen Verkaufserlös deutlich mindern.
Im Folgenden erfahren Sie, warum der richtige Angebotspreis beim Immobilienverkauf so entscheidend ist und wie Sie damit den Grundstein für Ihren Erfolg legen.
Die optimale Balance zwischen Preis und Nachfrage
Ein erfolgreiches Verkaufsangebot lebt von der richtigen Balance: So muss der Preis attraktiv für Käufer sein, soll aber gleichzeitig auch den Wert der Immobilie widerspiegeln. Gerade zu Beginn der Vermarktung sorgt ein Angebotspreis, der in einem realistischen Rahmen liegt, für hohe Nachfrage. In dieser Phase vergleichen Kaufinteressenten aktiv und zeigen besonders starkes Interesse an neuen Angeboten. Liegt der Preis dabei in einem passenden Rahmen, lässt dies Wettbewerb zwischen potenziellen Käufern entstehen – ein klarer Vorteil für den Verkäufer.
Ein zu hoch angesetzter Einstiegspreis bremst dagegen diese Dynamik sofort aus. Die Immobilie fällt durch die Suchfilter, wird seltener angefragt und verliert schnell an Aufmerksamkeit.
Zahlen, die für sich sprechen: Datenbasierte Erfahrung zur Vermarktungsdauer
Zahlen und Erfahrungswerte aus der Praxis zeigen deutlich, wie stark sich der richtige Angebotspreis auf die Vermarktungsdauer und den Verkaufserfolg auswirkt. Wird der Preis zu Beginn bei 105 % des ermittelten Marktwerts angesetzt, liegt die durchschnittliche Angebotsverweildauer bei ca. zwei Monaten. Dabei bewegt sich der spätere Verkaufserlös in der Regel zwischen 90 und 99 % des ermittelten Marktwerts – und somit sehr nah am Optimum.
Ganz anders zeigt es sich bei einem zu hoch gewählten Einstiegspreis. Eigentümer, die bei 120 % des Marktwerts starten, müssen mit einer durchschnittlichen Vermarktungsdauer von ca. 13 Monaten rechnen. In dieser Zeit verliert die Immobilie an Aufmerksamkeit, die Nachfrage sinkt und Kaufinteressenten nutzen die lange Vermarktungsdauer oftmals als Argument für Preisverhandlungen. In diesen Fällen sinkt der Verkaufserlös drastisch auf nur noch rund 85 % des Marktwerts.
So zeigt sich: Ein zu hoch angesetzter Angebotspreis beim Verkaufsstart kostet schlussendlich nicht nur Zeit, sondern auch bares Geld.
Preispsychologie: Wenn der Preis zur Botschaft wird
Der Angebotspreis ist nicht nur irgendeine Zahl auf dem Papier, sondern er hat auch eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf potenzielle Käufer. Diese erkennen überhöhte Preise und somit ein unpassendes Preis-Leistungs-Verhältnis meist auf den ersten Blick und scrollen weiter. Bleibt eine Immobilie längere Zeit am Markt, verliert sie schnell an Attraktivität. Interessenten bekommen das Gefühl, dass mit der Immobilie etwas nicht stimmt, was zum sogenannten „Ladenhüter-Effekt“ führt.
Während viele Käufer das Interesse verlieren, nutzen andere die lange Verweildauer als Argument für harte Preisverhandlungen. Was auf Seiten des Verkäufers ursprünglich als zusätzlicher Preispuffer gedacht war, wird so schnell zur Stolperfalle für Preisnachlasse und einen langwierigen Verkaufsprozess.
Zeit ist Geld oder Wie eine lange Vermarktungsdauer Kapital bindet
Eine längere Vermarktungsdauer bedeutet nicht nur weniger Verkaufserlös, sie kostet Verkäufer meist auch bares Geld. Finanzierungskosten, Instandhaltung, Nebenkosten und eventuelle Leerstände summieren sich schnell. Zudem bindet die Immobilie Kapital, das in dieser Zeit nicht neu investiert werden kann.
Ein realistisch angesetzter Angebotspreis sorgt für einen schnellen, marktgerechten Verkauf der Immobilie und bringt somit auch Sicherheit und wichtige Planungsvorteile.
Der richtige Preis zahlt sich aus
Für Verkäufer bedeutet das: Der richtige Startpreis legt den Grundstein für den erfolgreichen Immobilienverkauf. Ein marktgerechter Preis von ca. 105 % führt in der Regel zu einer kurzen Vermarktungsdauer und einem nahezu optimalen Erlös.
Ein zu hoch angesetzter Angebotspreis von 120 % verlängert die Vermarktung im Gegensatz dazu um fast das Sechsfache, schreckt Kaufinteressenten ab und führt zu schmerzhaften Preisabschlägen. Zudem bindet eine längere Vermarktungsdauer Kapital und verursacht so vermeidbare, zusätzliche Kosten.
Wer mit dem richtigen Preis beim Immobilienverkauf startet, erzielt somit nicht nur schneller, sondern auch nachweislich mehr Gewinn.
Unser Tipp:
Legen Sie den Grundstein für Ihren erfolgreichen Immobilienverkauf, indem Sie zu Beginn eine professionelle Marktwertermittlung durchführen lassen. So erhalten Sie eine realistische Einschätzung des aktuellen Marktwerts und somit eine solide Basis für den richtigen Angebotspreis und einen reibungslosen Verkaufsprozess.
Gerne unterstützen wir Sie dabei mit unserer Erfahrung und Marktkenntnis. Gemeinsam ermitteln wir den optimalen Preis für Ihre Immobilie – fundiert, professionell und kostenfrei
