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Nachfrage übersteigt Angebot bei weitem
2000 Interessenten bei Karlsruher Immobilientagen / Kritik an städtischer Baupolitik geübt
(Auszug aus den BNN vom 10.10.2011) hgk. Es ist alles eine Frage des Standpunkts. Der Karlsruher Makler preist die urbane Lage der Eigentumswohnung mit kurzen Wegen zu Geschäften und Behörden. Seine Forchheimer Kollegin sieht in Rheinstetten einen "guten Kompromiss zwischen Nähe zur Stadt und ländlicher Idylle mit guten Verkehrsanbindungen". Beide standen am Wochenende bei den fünften Immobilientagen in der IHK Rede und Antwort und machten die Erfahrung, dass der Wunsch nach eigenen vier Wänden sehr groß ist. Denn über 2000 Interessenten ließen sich an zwei Tagen beraten, wie sie ihrem Ziel näher kommen könnten. Veranstaltet wurden die Info-Tage von der "immoka", einem Verein, in dem sich 16 Immobilienmakler der Region zusammengeschlossen haben. Die derzeitige Marktlage in Karlsruhe bringt der Vereinsvorsitzende Manfred Herbold auf den Punkt. "Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem."
Das liege unter anderem darin, dass sich der Trend bei den Senioren, sich eine altersgerechte Wohnung in der Stadt zu kaufen, verstärkt habe. Zudem wollten auch viele Eltern für ihren studierende Nachwuchs eine "Bude" kaufen. Und die erfreuliche Tatsache, dass innovative Unternehmen am Ort expandieren, bringe Fachkräfte nach Karlsruhe - mit den entsprechenden Wohnraumwünschen. Einen weiteren Grund für die starke Nachfrage liefern die Bankenvertreter, die ebenfalls mit Ständen vertreten waren und über Finanzierungen und Förderungsmöglichkeiten informierten. Neben der extrem niedrigen Zinsen für Finanzierung sei es vor allem die Angst vor der Euroschwäche, die die Immobilien als Kapitalanlage attraktiv mache. Da es vor Ort kaum noch anderen Möglichkeiten suchen, um die Angebotslage zu verbessern.
Bei der Auftaktveranstaltung am Freitagabend vor 200 geladenen Gästen formulierten die Vertreter der "immoka" ihre Wünsche ans Rathaus. So müsse die Stadt ihre restriktive Genehmigungspolitik lockern.
Man könne in Gebieten mit zweigeschossiger Bebauung durchaus eine Etage aufstocken, "ohne dass gleich das Stadtbild verschandelt wird", so Herbold. Das gelte auch für das "Bauen in zweiter Reihe". Es gebe viele Gebäude mit großen Freiflächen, so dass man hier in den Hinterhöfen neuen Wohnraum schaffen könnte. Zudem soll die Stadt auf die Eigentümer noch unbebauter Grundstücke zugehen. Ein Punkt ärgere die Immobilienmakler ganz besonders, erklärt Manfred Herbold: "Wir halten die angedachte Erhöhung der Grunderwerbssteuer für absolut kontraproduktiv". Man könne nicht auf der einen Seite mehr Wohnraum fordern und desen Erwerb gleichzeitig verteuern." Der so angesprochene Karlsruher Baubürgermeister Michael Obert sicherte in seinem Statement zu, man werde über diese Vorschläge intensiv nachdenken.

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